70 Jahre Pionierschule
Appell und mehr am 7. Oktober 2026, u.a. auf dem Rathausplatz
Vor nunmehr 70 Jahren wurde die Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik in München in Dienst gestellt. Im I. Quartal 2009 verlegte selbige in unsere altehrwürdige und geschichtsträchtige Garnisonsstadt Ingolstadt.
Da hat München den Ingolstädtern, uns Schanzern einmal und endlich etwas „zurückgegeben“: Die Pionierschule! Zwar war es um 1900 am Brückenkopf die Königlich Bayerische Pionierschule – nun haben wir sie aber wieder, und sie feiert ihr Jubiläum im Herzen der Stadt auf dem alten Salzmarkt oder auch Gouvernementsplatz.
War es doch in der Geschichte eher umgekehrt. Da kam was aus Ingolstadt und blieb in München. So zog unsere Universität vor dem Nahen der Napoleonischen Truppen via Landshut nach München um, besser flüchtete dorthin – und blieb dort als heutige LMU (Ludwig-Maximilian-Universität). So zog es aus selbem Grund das zweitälteste Priesterseminar der Welt (nach Rom) nach München und blieb dort. So zog es die Universtätssammlung des Jesuitenkollegs aus dem Orbansaal nach München – und „böse Zungen“ behaupten, dass München’s Museen halb leer wären, würden die ihre Exponate aus Ingolstadt zurückgeben.
Aber nur soweit zur Geschichte – hier zunächst ein paar Eindrücke in bewegten Bildern vom Appell auf dem Rathausplatz und dem Marsch durch die Altstadt zum Paradeplatz – da wurde dieser seinem Namen nach langer Zeit einmal fast wieder gerecht.
Mit einer Abordnung aus mehr als einem Dutzend Mitgliedern unserer Kameradschaft wohnten wir als Gäste dem Appell bei. Einzelne waren zum anschließenden Empfang in der alten Reitschule geladen, einzelne hatten das Stehvermögen 3 Stunden auf die abschließende Serenade auf dem Rathausplatz zu warten.
Als Ehrenformation angetreten waren rund 300 Soldaten. Die musikalische Begleitung beim Appell und Serenade wurde durch das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Patenkirchen geleistet. Nach den Ansprachen des Kommandeurs der Pionierschule, Brigadegeneral Christian Friedl, und des Vertreters der übergeordneten Kommandobehörde aus Leipzig, Generalmajor Olaf Rohde, beglückwünschte von politischer Seite der bayerische Innenminister, Joachim Herrmann die Angehörigen der Pionierschule anlässlich dieses Jubiläums.
Neben Glückwünschen zum Jubiläum ging es in allen 3 Ansprachen in der aktuellen sicherheitspolitischen Situation wie selbstverständlich um Kriegstüchtigkeit und die Bedrohung aus dem Osten. Dazu allerdings an dieser Stelle nichts weiter, das diese Thematik und die Einstellungen dazu oftmals stark polarisieren. Wir sind eine Kameradschaft und keine politische Organisation.
Als Autor dieses Berichts und Teilnehmer als Gast am Appell war ich schon ein wenig wehmütig. Schließlich habe ich gut 28 Jahre meines Berufslebens an der Pionierschule verbracht, davon rund 17 Jahre als Berufsoffizier in mehereren Verwendungen in der Lehre und Weiterentwicklung und zuletzt als Freiberufler und im Angestelltenverhältnis bis Ende August dieses Jahres 11 Jahre als Fachlehrer an der Fachschule des Heeres für Bautechnik. Hinzu kommen rund ein Dutzend Lehrgänge, u.a. vom Kampfmittelaufklärer bis hin zur Teilnahme am Kommandeurslehrgang der Pioniertruppe.
Abschließend unten angefügt noch ein paar Eindrücke im Bild, bevor ich wirklich wehmütig werde.
Hinweis für Insider: Die Pionierschule begang ihr 70. Jubiläum, die unterstellte Fachschule des Heeres darf auf diesen diesen runden Geburtstag noch ein paar Jahre warten.



















Text, Fotos und Filmmaterial: Udo Nagels
