Besuch des Bauerngerätemuseums Hundszell
Am Donnerstag, den 3. September erwartete unsere 12-köpfige Gruppe eine durch Kamerad Alexander Steinig organisierte sehr interessante und lebhafte Führung durch das Bauerngerätemuseum durch Andreas J. Schmidt M.A., den stellvertretenden Museumsleiter.
Herr Schmidt hätte uns wohl stundenlang durch die verschiedenen Ausstellungsteile führen können, musste sich spürbar immer wieder selbst kurzfassen und konnte leider nur einen Teil der Exponate erklären.
Hier ein kurzer Abriss unseres Besuches. Detailliertere Informationen für Interessierte zu den Ausstellungsteilen habe ich mir erlaubt von der Internetseite des Bauergerätemuseums zu übernehmen und unten, nach den Fotos anzufügen. Quelle dazu:
https://zentrumstadtgeschichte.ingolstadt.de/bauernger%C3%A4temuseum/
Zu Beginn stand die Sonderausstellung „Schmied und Schlosser“, die verlängert worden ist, aber nur noch dieses Jahr zu besuchen sein wird. Wir begannen in der historischen Schmiede, die voll funktionsfähig ist und regelmäßig betrieben wird.

Anschließend ging es in das Hauptgebäude. Bevor es mit „Schmied und Schlosser“ weiterging, zunächst die Sonderausstellung „Der Gerolfinger Eichenwald. Fenster in die Vergangenheit – mit Aussicht auf Zukunft.“, einer Ausstellung in Kooperation von BUND Naturschutz Ingolstadt und Bauerngerätemuseum mit Fotos von Anton Brandl, die noch bis 31. Oktober 2026 zu sehen ist.


Danach wieder zu Schmieden und Schlossern und viel Neues zu einer alten, aussterbenden Handwerkszunft gehört und gelernt. So verarbeitet der Schmied sein Material grundsätzlich heiß und der Schlosser kalt.
Der Schmied, wenn es um das Beschlagen von Pferden geht, muss über anatomische Kenntnisse seiner „Kundschaft“ verfügen. Er ist so eine Art „Orthopäde“.


Der Schlosser arbeitete sehr filigran. Beeindruckend die historische Stadtlade oder der Stadtkasten der Stadt Ingolstadt – die leider ebenso leer ist, wie unsere Ingolstädter Stadtkasse aktuell.
Anschließend ging es in den Bereich von Dauerausstellung. Diese bietet drei Abteilungen, die sich mit Ackerbau, Viehzucht und dem ländlichen Transportwesen beschäftigen.
Gerätselt wurde insbesondere über das folgende Exponat.

Sind das möglicherweise eine Art Arbeitsschutzschuhe beim Dreschen gewesen. Dafür spräche die Ausstellung gerade in dem Bereich, in dem es um diese Tätigkeit geht. KI wurde befragt, aber das ist auch immer so eine Sache. Dem Arbeitsschutz dienten die dicken und schweren Strohschuhe demnach nicht, sondern dem Kälteschutz im Winter, z.B. beim Ansitzen eines Jägers oder vorn auf dem Kutschbock.
Eine weitere Kategorie kam auf. Sind wir nicht in Ingolstadt? War es nicht jener Viktor Frankenstein, der seine Kreatur in Ingolstadt schuf? Die Schuhgröße, auf etwa mindestens 64 geschätzt, ließ diesen Gedankengang zumindest realistisch erscheinen. Wiederum KI bestätigte diesen „Verdacht“. Eine Entdeckung historischen Ausmaßes!

Der Autor Jens Rohrer aus Ingolstadt beschrieb das „Wiederauferstehen“ der Kreatur, die auf einer Forschungsfahrt der „Polarstern“ entdeckt wurde. Sie hatte 200 Jahre im Eis überlebt, nicht so ihr Erschaffer, der tot aufgefunden wurde. Ja, und die Kreatur ist wieder in Ingolstadt angekommen. Sie hatte keinen Namen und wurde gefragt, wie sie den heißen mag. Karl-Heinz war die Antwort, und nun stand der wahrhaftige Karl-Heinz vor uns!
Karl-Heinz begleitete uns fortan durch den Rest der Ausstellung, in den „Kulturstadl“ und zum anschließenden Biergartenbesuch auf dem nahegelegenden Gut Winkelacker. Ein sehr gelungener Nachmittag fand damit seinen Abschluss.



Karl-Heinz wurde natürlich gefragt, ob er denn jetzt Mitglied unserer Kameradschaft werden wolle. Einen Aufnahmeantrag habe ich ihm soeben zugesendet. Er wolle es sich überlegen, war nicht abgeneigt… Und abschließend verzeihe man mir als Autor dieses Berichts, dass meine Phantasie ein wenig mit mir durchgegangen ist – aber das Leben ist manchmal ernst genug, da tut das sehr gut…
Bericht und Fotos: Udo Nagels
Fotos von Karl-Heinz: Mit freundlicher Unterstützung der KI Gemini von Google
Foto von mir: Peter Metzger
Mehr Eindrücke im Bild
Aus dem Internetauftritt des Bauergerätemuseums:
https://zentrumstadtgeschichte.ingolstadt.de/bauernger%C3%A4temuseum/
Die Dauerausstellung
„Die im Ausbau begriffene Ausstellung umfasst zur Zeit drei Abteilungen, die sich mit Ackerbau, Viehzucht und dem ländlichen Transportwesen beschäftigen.
Zentrales Thema des Hundszeller Museums sind die tiefgreifenden Veränderungen der Landwirtschaft und die Modernisierung des ländlichen Lebens im Zuge der „agrarischen Revolution“ der vergangenen 200 Jahre.
Gestützt auf eine große Sammlung landwirtschaftlicher und landhandwerklicher Werkzeuge und Maschinen werden die wichtigsten Zusammenhänge und Entwicklungen aufgezeigt, die zur Steigerung der agrarischen Erträge und Überwindung des Hungers geführt haben.
Zugleich wird erlebbar, wie sehr sich der Arbeits- und Lebensalltag der ländlichen Bevölkerung dadurch verändert hat.“
Die Sonderausstellungen
„ALLES HUHN oder was?“ | Werke von E. A. Jung
28. März bis 31. Oktober 2026…
„Das Bauerngerätemuseum präsentiert eine neue Sonderausstellung: „Alles Huhn – oder was? Werke von E. A. Jung“. Vom 28. März bis zum 31. Oktober 2026 zeigt die Künstlerin E. A. Jung im historischen Stall des Museums großformatige Arbeiten rund um das Thema Tier und Mensch.
In ihren eindrucksvollen Werken vereint E. A. Jung Liebe zu Tieren und künstlerische Vielseitigkeit. Ihre Motive reichen weit über die wohl bekannten Hühner hinaus und spiegeln jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Tier-Mensch-Beziehungen wider. Mit expressivem Pinselduktus und oft humorvollen, gleichzeitig aber scharf beobachtenden Blicken setzt sie Tier-Mensch-Konstellationen eindrucksvoll in Szene.
Die Besucherinnen und Besucher erwarten im ehemaligen Stall des Museums über 20 groß- und kleinformatige Werke der Künstlerin sowie ein Videoprojekt. Die Ausstellung lädt dazu ein, Tierwelten neu zu entdecken und den Blick auf unseren Umgang mit Tieren kritisch zu hinterfragen.“
und der Gerolfinger Eichenwald
„…Fenster in die Vergangenheit – mit Aussicht auf Zukunft.“
Eine Ausstellung in Kooperation von BUND Naturschutz Ingolstadt und Bauerngerätemuseum mit Fotos von Anton Brandl.
26. April bis 31. Oktober 2026
Inmitten der ausgedehnten Auwälder entlang der Donau zwischen Ingolstadt und Neuburg bildet der Gerolfinger Eichenwald ein wahres Kleinod einer naturnahen und artenreichen Kulturlandschaft. Zu ihrem 50-jährigen Jubiläum widmet die BUND Naturschutz-Kreisgruppe gemeinsam mit dem Bauerngerätemuseum dem Gerolfinger Eichenwald eine eigene Ausstellung.
Der Fotograf Anton Brandl hat diesen Wald im Westen Ingolstadts erkundet und mit seiner Kamera die besonderen ästhetischen Qualitäten einer Kulturlandschaft herausgearbeitet. Seine Bilder spiegeln das wider, was das Auenzentrum Neuburg Ingolstadt so beschreibt: „Der offene Eichenwald gleicht einem Fenster in die Vergangenheit.“ Aus Sicht des Naturschutzes bietet der Gerolfinger Eichenwald mit seiner traditionellen Mittelwaldbewirtschaftung darüber hinaus ein Musterbeispiel für eine nachhaltige und zukunftsweisende Forstwirtschaft im Einklang mit der Natur, also ein Fenster in die Vergangenheit, aber mit Aussicht auf Zukunft.“
Sonderausstellung „Schmied und Schlosser“
„Die Sonderschau kommt seit ihrer Eröffnung bei den Besuchern außergewöhnlich gut an und weckt großes Interesse. Daher haben wir nur noch für dieses Jahr „Schmied und Schlosser“ verlängert. Nutzen Sie diese Chance.
Anhand vieler Originalobjekte wird die Historie und Bedeutung um das vielseitige Handwerk eines Schmieds und Schlossers nähergebracht.
Eine spektakuläre Neuerwerbung des Zentrums Stadtgeschichte Ingolstadt rundet die Sonderausstellung ab. Der Ingolstädter Schlossermeister Georg Thaller sammelte mit viel Sachverstand und Leidenschaft fast 500 Schlösser aus dem Zeitraum vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. Eine bemerkenswerte Auswahl an Schlössern wird in dieser Sonderausstellung präsentiert.
Der soeben publizierte ausstellungsbegleitende Katalog mit umfangreichem Bildmaterial vertieft die Inhalte der Ausstellung und macht sie dauerhaft zugänglich.“
Zur Ausstellung ist unlängst der folgende Katalog erschienen:

Für Interessenten zu erwerben z.B. im Stadtmuseum Ingolstadt oder über Amazon:
https://www.amazon.de/Schmied-Schlosser-Entwicklung-Schlosserhandwerks-Ingolstadt/dp/3910437087




























