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"Warum bin ich Mitglied"

 

Ingolstadt – Stadt der Pioniere. Ingolstadt verbindet eine lange Tradition mit den Pionieren. Seit dem Baubeginn der bastionären Festung Ingolstadt im 16. Jahrhundert waren hier rund 250 Jahre lang Ingenieure tätig, welche im Dienst der Bayerischen Armee standen. Pioniertruppen gab es noch nicht. Im Kriegsfall warb man Bergleute für das Minieren und Flößen sowie Zimmerleute für den Wassertransport und Brückenbau an.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde auch in Bayern deutlich, dass die Armee eine permanente, gut ausgebildete Pioniertruppe benötigte. Den Anfang machte 1813 die Pontoniers-Kompanie, ihr folgten 1822 je eine Pionier-, Sappeur- und Mineur – Kompanie. Gleich der Artillerie galten diese Einheiten von Anfang an als Elitetruppen.

Im Hinblick auf den ab 1828 beginnenden Bau der neuen Festung Ingolstadt wurden die Kompanien hier konzentriert, um vor allem die zu Tausenden zählenden Saisonarbeiter zu beaufsichtigen. Damit wurde eine heute in Deutschland einmalige Pioniertradition begründet. Die selbständigen Kompanien sind 1844 zu einem Genie-Bataillon zusammengefasst worden. Dessen erster Kommandeur war Ludwig von Lüder, der es noch bis zum bayerischen Kriegsminister bringen sollte. Auch dies ist ein wichtiger Hinweis auf die Bedeutung der Pioniere in der Königlich Bayerischen Armee. Demgegenüber mussten die Pioniere in anderen deutschen Armeen lange um Anerkennung kämpfen.

Ingolstadt wurde 1873 die Wiege der bayerischen Eisenbahnpioniere, aus der Festung zog die erste bayerische Telegraphenabteilung in den Krieg von 1866. Vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs waren zwei der vier bayerischen Pionierbataillone in der Schanz stationiert. Es ist ja auch ein einmaliger Vorgang, dass sich die Ingolstädter Bürger/innen bis auf den heutigen Tag als „Schanzer/innen“ bezeichnen. Das gibt es kein zweites Mal in Deutschland! Kann es da überraschen, dass 1923 das zentrale Ehrenmal für alle bayerischen Ingenieurtruppen – also beispielsweise auch für die Flieger-, die Nachrichten- und die Panzertruppen - in Ingolstadt am alten Pionier-Übungsplatz vor dem Reduit Tilly errichtet wurde?

Das sollte man den jungen Pionieren immer klarmachen, wenn sie Ehrenposten am Denkmal beziehen und man sollte sie auch immer wieder darauf hinweisen, dass der Name „Pionierkaserne auf der Schanz“ eine der glücklichsten Namensgebungen der Bundeswehr war, weil sich darin – wie nirgendwo sonst – Bürgerstolz und Militärtradition verbinden. Dass sich in Ingolstadt die Pioniere eines hohen Ansehens erfreuen, hat jeder gespürt, der einmal in der Schanz gedient hat.

Pionier zu sein heißt im allgemeinen Sprachgebrauch:

Unbekanntes wagen, mutig Neues beginnen und an der Spitze stehen, wo der Weg in die Zukunft einen scharfen Blick für das Machbare, Kühnheit sowie zupackendes Können verlangt.

(Quelle: www.deutschesheer.de)

Als ehemaliger Oberstleutnant der Bundeswehr bestand für mich eine jahrzehntelange enge Verbindung zu den Pionieren. Nach meinem Studium an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg, diente ich u. a. zehn Jahre als Kompaniechef einer Instandsetzungskompanie bis ich 1995 meinen Dienst als Technischer Stabsoffizier in einem Pionierbataillon antrat. Während meiner Soldatenzeit begannen die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr, die mich in die Kriegsgebiete Somalia und Kroatien/Bosnien führten. Ich weiß die Leistung der Pioniere, ihren Einsatz und ihre soldatische Haltung sehr zu schätzen. Es war für mich deshalb auch eine Selbstverständlichkeit, in Verbundenheit mit den Soldatinnen und Soldaten, der Pionierkameradschaft Ingolstadt beizutreten und durch meine Mitgliedschaft die Traditionspflege zu unterstützen. 

 

Albert Wittmann, Bürgermeister der Stadt Ingolstadt

Oberstleutnant a.D.

Ehemaliger Technischer Stabsoffizier im schweren Pionierbataillon 230

 

 

Mein Eintritt in die Pionierkameradschaft Ingolstadt am 18. Juli 1978 kam zwar nicht ganz unerwartet aber dann doch überraschend. Nur wenige Monate nach meinem Dienstantritt als Kompaniechef der 5./Pionierbataillon 10 fand ich eines Tages den Aufnahmeantrag kommentarlos in meiner Post- und Unterschriftenmappe. Die prompte Rücksprache bei meinem Kompaniefeldwebel Rudi Zwiefelhofer klärte mich auf. In seiner unnachahmlich trockenen und verschmitzten Art meinte er lapidar, die Mitgliedschaft müsse sein. Schließlich seien er selbst, der Kompanietruppführer, die Zugführer, alle Feldwebel und einige Unteroffiziere der Kompanie auch Mitglieder in der Pionierkameradschaft und da könne ich als Kompaniechef nicht abseits stehen. Und der Kommandeur sei übrigens auch Mitglied. Ich war beeindruckt. Er blieb so lange vor meinem Schreibtisch stehen, bis ich den Antrag unterschrieben hatte.

Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt bereits eine ganze Menge über die Pionierkameradschaft Ingolstadt, die schon damals auf eine stolze Tradition zurückblicken konnte und über hohes Ansehen in der Kaserne und in der Stadt verfügte.

Weitum bekannt und geschätzt waren die vielfältigen Jahresprogramme für Jung und Alt, die feierlich gestalteten Weihnachtsfeiern, die würdevollen Gedenktage und geradezu legendär waren die subventionierten und perfekt organisierten mehrtägigen Ausflüge, die so auch für junge Familien mit schmalem Geldbeutel erschwinglich wurden. Aber auch die selbstverständliche Einbindung in öffentliche Veranstaltungen der Stadt und der beiden Pionierbataillone am Standort zeugten von der hohen Reputation der Pioniervereinigung. So konnte ich von Beginn meiner Dienstzeit in Ingolstadt an die gelebte Kameradschaft in und außer Dienst, die Fürsorge für die Mitglieder und ihre Angehörigen und die Pflege der Verbundenheit zwischen aktiven und nicht mehr aktiven Pionieren am Standort beobachten und erleben. Keine Frage, da wollte ich auch dazu gehören.

Nach drei Jahren Kompaniechef führte mich mein militärischer Weg fortan in viele andere Standorte unseres schönen Vaterlandes. Ein Austritt aus der Pionierkameradschaft kam für mich dennoch zu keiner Zeit in Frage. Die Achtung und der tiefe Respekt vor den damals führenden Persönlichkeiten der Kameradschaft und der nie abreißende Kontakt zu vielen meiner ehemaligen Mitstreiter in der Kompanie haben hier nie Zweifel aufkommen lassen.

Ich bin sehr dankbar, dass mich 2006 meine letzte dienstliche Verwendung wieder nach Ingolstadt zurückgeführt hat und meine Frau und ich hier in der Region letztlich auch unseren Lebensmittelpunkt gefunden haben. Die Pionierkameradschaft hat uns aufgenommen als wären wir nie 28 Jahre weg gewesen. Wir durften erfahren, dass sich die Ziele, die Aktivitäten und die Herzlichkeit in der Ingolstädter Pionierfamilie nicht verändert haben. Nur viele neue Mitglieder durften wir kennenlernen und die Aufgaben sind gewachsen. So ist die Pionierkameradschaft mittlerweile auch zum Träger der Tradition aufgelöster Pioniertruppenteile des Standortes geworden und hat sich bleibende Verdienste um das Ehrenmal der Pioniere der Bundeswehr in Ingolstadt erworben.

Ich bin stolz darauf, dass ich bis heute den am 19. Juli 1978 vom damaligen Vorsitzenden Hauptmann Heinz Müller ausgestellten Mitgliedsausweis in Ehren gehalten habe und versichere, dass ich dies auch weiterhin tun werde.

 

Wolfgang Krippl, Brigadegeneral a.D.

Ehemaliger Kommandeur Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechik und General der Pioniertruppe

 

 

Kamerad unter Kameraden zu sein, ist für mich eine innere Stärkung, die ich weiterhin erleben möchte. Dieses erlebe ich in der Pionierkameradschaft Ingolstadt.

In einer Gemeinschaft, in der Zusammenhalt und Kameradschaft zur Tradition gehören, bin ich gerne Mitglied. Dabei möchte ich stets neu informiert werden und mich mit anderen Kameraden austauschen.

Seit 1989 bin ich Mitglied in der Pionierkameradschaft und hatte in der Zeit die Funktion eines Schriftführers, derzeit bin ich Beisitzer.

Seit 1982 bin ich auch Mitglied der Pionierkameradschaft Holzminden und hatte dort verschiedene Funktionen in der Vorstandschaft, unter anderem die des 2. Vorsitzenden.

Um dieses Gemeinschaftsgefühl in der Pionierkameradschaft Ingolstadt weiterhin zu erleben, bin ich weiterhin akives Mitglied. Ich fühle mich sehr wohl. Nur wer dabei ist kann dieses erleben.   

Jürgen Beyer, Oberstabsfeldwebel a.D.

Ehemaliger Zugführer Faltschwimmbrückenzug in Volkach