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Kurzfassung Chronik

Die Geschichte der Pionierkameradschaft Ingolstadt

Im Sommer 1898 regte der damalige Wallmeister Peters die Gründung eines Pioniervereines an, worauf am 10. September 1898 die Gründungsversammlung stattfand. 98 Mitglieder, darunter aktive Unteroffiziere des Königlich bayerischen Pionierbataillons und Wallmeister der Festung Ingolstadt, gaben sich den Namen:
"Verein ehemaliger Angehöriger der Genie- und Pioniertechnischen Truppen für Ingolstadt und Umgebung."
Der Verein war einer der ersten Traditionsverbände der Stadt Ingolstadt und der erste Pionierverein in Bayern.
Im Jahre 1901 wurde als Zeichen der Zusammengehörigkeit nach dem Entwurf des Wallmeisters und späteren Stadtbaumeisters Josef Himmer eine Fahne geschaffen.
Bis 1988 war die Fahne- in den Landesfarben Weiß und Blau gestaltet - mit ihren wertvollen Stickereien ein Schmuckstück bei Pionier- und anderen Traditionstreffen.
Im Jahre 1913 richtete der Verein die Jahrhundertfeier der bayerischen Ingenieur-Truppen, zusammen mit dem Ingolstädter Pionierbataillon aus.
Nach dem 1. Weltkrieg bildete der Verein eine Pionierwehr, die später "Wassernothilfe Ingolstadt" hieß und bei Hochwasser, Eisgang und
Waldbränden eingesetzt wurde, bevor sie 1937 zwangsweise in die SA überführt wurde.
Vom 21. bis 24. Juli 1923 fand das Totenfest zum Gedächtnis des ehemaligen Königlich bayerischen Genie- und Ingenieur-Korps an seiner Wiege in Ingolstadt statt.
Gleichzeitig wurde das Pionierehrenmal enthüllt, sowie die Bundesbannerweihe und das 25-jährige Stiftungsfest des Pioniervereins Ingolstadt begangen.
1934 wurde Ingolstadt wieder Pioniergarnison. Vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges hat der Verein 1933 den Deutschen Pioniertag in Ingolstadt und 1938 die 125. Jahrfeier bayerischer Pioniere mit einem Deutschen Pioniertag ausgerichtet.
Bei Kriegsende zählte der Pionierverein Ingolstadt 188 Mitglieder. Durch das alliierte Kontrollratsgesetz wurden alle Soldaten- und Traditionsvereine verboten.
In den Jahren 1946/1947 fanden sich wieder Kameraden zusammen, deren Treffen besonders der Sorge um die Vermissten und in Kriegsgefangenschaft befindlichen Kameraden und deren Angehörigen galt.
Im Jahre 1948 entstand ein sogenannter Stammtisch unter Führung des alten Vorsitzenden Julius Gehrig. Am 08. November 1952 fand im alten Vereinslokal "Schäffbräuhaus" die Wiedergründung des Pioniervereins Ingolstadt statt.
121 Mitglieder übernahmen die Fahne, die gut versteckt über die Nachkriegszeit gerettet wurde.
Der Verein entfaltete schon bald neue Aktivitäten. Bereits 1954 übernahm er die Durchführung des 2. Bundestreffens des Waffenringes Deutscher Pioniere in Ingolstadt. Aufgrund der guten Organisation und der Vorführungen auf der Donau, die das von Vereinsmitgliedern ins Leben gerufene Technische Hilfswerk Ingolstadt gestaltete, konnte der Pionierverein einen großen Erfolg verzeichnen.
Am 07. Dezember 1957 zog das Pionierbataillon 4 (ab 1959 Pionierbataillon 10) in die neue Kaserne an der Manchinger Straße in Ingolstadt ein. Damit wurde Ingolstadt traditionsgemäß wieder Pioniergarnison. Der gute Kontakt zwischen aktiver Truppe und dem Verein wurde sehr schnell hergestellt.
Der Pionierverein führte am 04. Oktober 1958 sein 60. Stiftungsfest durch.
Im Jahr 1961 gab sich der Pionierverein Ingolstadt eine neue Satzung und änderte seinen Namen um in
"Pionierkameradschaft Ingolstadt"
Das 5. Bundestreffen des Waffenringes Deutscher Pioniere wurde 1962 erneut von der Pionierkameradschaft Ingolstadt ausgerichtet. Die gute Zusammenarbeit mit der aktiven Truppe machte das Treffen zu einer gelungenen Veranstaltung.
Um den Zusammenhalt mit der aktiven Truppe zu festigen, hat die Pionierkameradschaft Ingolstadt im Jahre 1968 dem Pionierbataillon 10 und später dem Amphibischen Pionierbataillon 230 je einen Wanderpokal für die Austragung eines Wettkampfes in den Disziplinen Schwimmen, Schießen, Handgranatenwurf und Hindernismarsch gestiftet.
Bis zum Jahr 1986 kämpften die Mannschaften um die begehrten Wanderpokale. Dann gingen die Pokale in den Besitz der letzten Gewinner über.
Um die hervorragende Stickerei und das gute Material der Nachwelt zu erhalten, wurde die alte Fahne dem Stadtmuseum Ingolstadt als Schenkung übergeben, wo sie ausgestellt ist.
Am 11. und 12. Juni 1988 wurde das 90-jährige Gründungsfest gefeiert. Die Pionierbataillone am Standort veranstalteten am Samstag einen Tag der offenen Tür und unterstützten die Pionierkameradschaft an beiden Tagen. Am 11. Juni 1988 fand abends in einem Festzelt am heutigen Klenzepark der Festabend statt. Dabei wurde auch die Patenschaft mit der Kameradschaft der Pioniere und Sappeure aus Salzburg besiegelt. Sonntag, der 12. Juni begann mit dem Einholen der Gastvereine und mit einem Gottesdienst, bei dem die neue Fahne geweiht wurde.
Beim Totengedenken wurde am Pionierehrenmal eine Tafel für die im Dienst ums Leben gekommenen Pioniere des Standortes Ingolstadt enthüllt. Am Nachmittag fand der Festzug durch die Altstadt statt, an dem 32 Vereine mit 3 Musikkapellen teilnahmen.
Bei der Jahreshauptversammlung am 09. März 1993 übernahm die Pionierkameradschaft Ingolstadt für das zum 30. September 1993 aufgelöste Pionierbataillon 10 die Traditionspflege. Dazu gehört die Pflege der Erinnerungsstücke in den Vitrinen im Traditionsraum, der vom Bataillon vor der Auflösung mit finanzieller Unterstützung der Pionierkameradschaft eingerichtet wurde.
Am 26. und 27. September 1998 feierte die Pionierkameradschaft Ingolstadt ihr 100jähriges Gründungsfest. Gleichzeitig fand ein Treffen für die ehemaligen Angehörigen des 1993 aufgelösten Pionierbataillons 10 statt.
Für die Teilnehmer dieses Treffens führte die Lehrgruppe B der Pionierschule von 14.00 - 17.00 Uhr eine Geräteschau durch. Am Abend desselben Tages fand im Festzelt am Klenzepark der Festabend der Pionierkameradschaft statt, an dem viele Gäste teilnahmen.
Der Sonntag begann mit dem Einholen der Vereine. Es schloss sich ein ökumenischer Feldgottesdienst im Festzeit und eine Totenehrung am Pionierehrenmal an. Am Nachmittag bewegte sich der Festzug mit 24 Vereinen und 2 Musikkapellen durch die Altstadt, bevor die Erinnerungsbänder an die Gastvereine übergeben wurden und das Fest ausklang.
Im Laufe der folgenden Jahre wurden die aktiven Truppenteile PiLBrig 60 / PiLBtl 230 / GebPzPiLKp 280 / SpezPiKp 600 (Ppl) aufgelöst, es verblieb in der Pionierkaserne zunächst die Lehrgruppe B der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik. Die Schule selbst hatte ihren Hauptsitz in München in der Prinz Eugen Kaserne.
Die Pionierkameradschaft hatte ihr Vereinslokal in die Pionierkaserne a.d. Schanz verlegt und betreute dort auch den Traditionsraum.
Nach der Entscheidung, die Pionierkaserne einer Grundsanierung zu unterziehen, musste der Traditionsraum aufgelöst werden, die Fahne der Kameradschaft wurde bei der Fahnenmutter aufbewahrt.
Nach der Einweihung der erneuerten Kaserne und der Verlegung der Pionierschule aus München nach Ingolstadt im Jahr 2009 fand auch die Pionierkameradschaft ihre Heimat in den Räumen des Kasinos. Dort wurde ein Pionierzimmer als Traditionsraum mit Fahnenvitrine eingerichtet.
Seit 2010 ist auch das Gebirgspionierbataillon 8 (ehemals Brannenburg) in der Pionierkaserne beheimatet.
Zwischen den ehemaligen Pionieren in der Kameradschaft und der jeweiligen Pioniertruppe besteht seit der Gründung im Jahre 1898 bis zum heutigen Tag ein sehr gutes kameradschaftliches Verhältnis.
Die Pionierkameradschaft Ingolstadt versteht sich auch heute noch als Heimat für alle aktiven und ehemaligen Pioniere, die den Werten einer gewachsenen Tradition in Treue und Kameradschaft zugetan sind.
Seit 2010 wird alle 2 Jahre ein Treffen für die ehemaligen Angehörigen der Ingolstädter Pionierverbände und –einheiten organisiert.