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Das Pionierehrenmal Ingolstadt

(Auszug aus der  Festschrift 100 Jahre  Pionierkameradschaft und ehemaliges Pionierbataillon 10 Ingolstadt und aktuelle Ergänzungen.)

Am 10.September 1898 wurde  die Pionierkameradschaft Ingolstadt gegründet. Schon 24 Jahre später, am 13.Mai 1922, beschloß der Bundestag- so nannte sich der Dach-verband der Pioniervereinigung in Bayern damals- zum Gedächtnis der Gefallenen des Königlich bayerischen Genie- und Ingenieur-Korps ein Denkmal zu errichten und dem Pionierverein Ingolstadt die Ausführung zu übertragen.

Ingolstadt wurde deshalb gewählt, weil es die Geburtsstätte des ehemaligen Königlich Bayerischen Ingenieur-Korps ist. Aus diesem sind sämtliche bayerische Pionier-und Ingenieur-formationen hervorgegangen.

Der Entwurf zum Denkmal stammte vom Architekten und ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule München, Hermann Buchert. Das Modell wurde vom Bildhauer Professor Albertshofer aus München angefertigt. Nachdem der Stadtrat die Baugenehmigung erteilt und die Wehrkreisverwaltung die kostenlose Überlassung des Platzes vor dem Reduit Tilly am Südufer der Donau in Ingolstadt genehmigt hatte, wurde im April 1923 mit dem Bau begonnen.

Die Leitung hatten Stadtbaurat  Dr. Schwäble und Stadtbaumeister Himmer, der auch Vorsitzender des Pioniervereins war.

Steinmetz Gottfried Fischer und Bauunternehmner Pehl übernahmen die Bauarbeiten. Die Bildhauerarbeiten wurden vom Steinmetzmeister Bartelmeß gefertigt, während die Bronzeteile bei der Münchner Firma Mayer & Oberndorf gegossen wurden.

Die Gesamtkosten betrugen aufgrund der Inflation zwanzig Millionen Mark und wurden durch Spenden aufgebracht. Es wurden Bausteine im Wert von 500,--,1000,-- und 5000,-- Mark vertrieben.

Die Firma Gebr.Weinzierl hat aus ihrer Baggerei den Kies und Sand  zum Fundament kostenlos geliefert.

Auch die Stadtverwaltung- 1. Bürgermeister Dr. Gruber- sowie die Festungs-bauverwaltung- Hauptmann Dennerlein- und das Finanzamt bzw.das Reichsbauamt haben durch Materialabgabe und Abstellung von Hilfskräften die Ausführung des Denkmals ermöglicht. Von den Mitgliedern des Pioniervereins wurden an freiwilligen Leistungen 1880 Arbeitstunden aufgebracht.

Im 25. Vereinsjahr des Pioniervereins, vom 21.-24.Juli 1923, wurde durch die ehemaligen Angehörigen des Ingenieur-Korps in Anwesenheit des Kronprinzen Rupprecht von Bayern und weiterer Mitglieder des königlichen Hauses mit einem Totengedenkfest das Denkmal in feierlicher Weise enthüllt, kirchlich geweiht und der Stadtverwaltung Ingolstadt zur treuen Obhut übergeben.

Nach dem 2. Weltkrieg rückte das Denkmal beim Reduit Tilly bei Pionierveranstaltungen in Ingolstadt  wieder in den Mittelpunkt.

Bereits beim II.Bundestreffen der ehemaligen Pioniere am 31.07. / 01.08.-1954 durfte sich der am 08.November 1952 wiederbegründete Pionier-Verein Ingolstadt unter der Führung des damaligen 1.Vorsitzenden , Herrn Julius Gehrig als Gastgeber auszeichen. Zum Gedenken an die gefallenen Ingolstädtere Pioniere wurden bei diesem Pioniertreffen  zwei Ehrentafeln mit Aufstellung der von Ingolstadt während des 2. Weltkrieges ausgerückten Pionier-Einheiten am Ehrenmal der Bayerischen Pioniere im Beisein seiner königlichen Hoheit Kronprinz Rupprecht von Bayern, des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Ingolstadt und MdL Josef Strobl , der gleichzeitig Schirmherr der Veranstaltung war, des Ehrenvorsitzenden des Waffenring Deutscher Pioniere , General der Pioniere a.D. Jacob, Oberster Chef der Pioniere vor und im 2. Weltkrieg sowie des 1. Vorsitzenden des Waffenrings ehemaliger Pioniere, Generalleutnant a.D. Dittmar enthüllt und vom Münsterpfarrer Herrn Geistlicher Rat Biebl, Wehrbereichsdekan a.D. und dem evangelischen Stadtpfarrer, Herrn Dekan Simon geweiht.

Am 07. Dezember 1957 wurde Ingolstadt mit der Stationierung des Pionierbataillon 4 , dem späterern Pionierbataillon 10, wieder Garnisonstadt. Das Ehrenmal wurde fortan auch Gedenkstätte für die Ingolstädter Pioniere der Bundeswehr. Die Pionierkameradschaft sah sich in Fortsetzung Ihrer Tradition verantwortlich für das Ehrenmal.

Da in den Jahren bis 1987 Ingolstädter Pioniere der Bundeswehr im Dienst ums Leben gekommen waren, gab es einen Vorschlag , das Ehrenmal mit einer weiteren Gedenktafel zu erweitern. Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden der Pionier-Kameradschaft Ingolstadt, Herrn Hauptmann a.D. Heinz Müller, in Zusammenarbeit mit der Stadt Ingolstadt und den zuständigen Behörden des Freistattes Bayern wurde diese Gedenktafel angebracht. Sie hatte folgenden Wortlaut: „Zum Gedenken an die Pioniere der Bundeswehr in Ingolstadt, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben gelassen haben.“ Die Tafel wurde   am 12. Juni 1988 während der Gedenkfeier anläßlich des 90. Gründungsfest der Pionier-Kameradschaft feierlich enthüllt und geweiht.

Im Jahr 2009 wurde die Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik (PiS/FSHBauT) von Ihrem Standort München mit allen Teilen an den Standort Ingolstadt verlegt. Damit wurde der Standort Ingolstadt mit der Pionierkaserne auf der Schanz für die Zukunft das Zentrum der Pioniere der Bundeswehr.

Diese neue Lage und die seit Beginn der Auslandseinsätze in den Einsatzgebietengefallenen ums Leben gekommenen Pioniere führten den Vorstand des Bundes Deutscher Pioniere e.V.unter Führung des Präsidenten, Herrn Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Ohlshausen , den Kommandeur der Pionierschule , Herrn Brigadegeneral Wolfgang Krippl und den Vorsitzenden der Pionierkameradschaft Ingolstadt, Herrn Oberstleutnant a.D. Norbert Scholz, zu den Überlegungen, an dem bestehenden Ehrenmal in der Stadt Ingolstadt, an dem seit den Anfängen der Bundeswehrpioniere in der Stadt Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege und seit 1988 auch der im Dienst ums Leben gekommenen Ingolstädter Pioniere des Heeres stattgefunden haben, eine weitere Gedenktafel anzubringen, um dort nicht nur die Pioniere des Standortes Ingolstadt zu würdigen, sondern alle gefallenen Pioniere der Bundeswehr. In Absprache mit der Bundesministerium der Verteidigung, der Stadt Ingolstadt, dem Bayerischen Armeemuseum und entsprechnenden Lokalen und Landes-Denkmalbehörden konnte die Neugestaltung des Ehrenmales unter Federführung des Vorsitzenden der Pionierkameradschaft Ingolstadt durchgeführt werden. Die handwerkliche Durchführung übernahm der Steinmetzbetrieb Binner aus Ingolstadt, Ortsteil Unsernherrn.  Die bisher angebrachten Gedenktafeln wurden entfernt und dem Bayerischen Armeemuseum zur Einlagerung übergeben. Die Tafeln sind unter den Inventarnummern 0127-2013 und 0128-2013 (seitliche Tafeln mit den Einheiten der Wehrmacht) und 0007-2014 (Schrifttafel zum Gedenken an die Pioniere des Standortes Ingolstadt) eingelagert. Mit der ursprünglichen Inschrift am Ehrenmal „DEM GEDÄCHTNIS DES KGL. BAYRISCHEN INGENIEURKORPS UND SEINER TOTEN HELDEN 1923“ und dem Anbringen der neuen Gedenktafeln mit der Inschrift „ Zum Gedenken an die Ingolstädter Pioniere, die im 2. Weltkrieg in treuer Pflicht- erfüllung ihr Leben gelassen haben“ an der Vorderseite links und der Inschrift „ Den Pionieren der Bundeswehr – gestorben für Frieden, Recht und Freiheit“  an der Vorderseite rechts ist das Ehrenmal Gedenkstätte für gefallene Pioniere  des 1. und 2. Weltkrieges und der Bundeswehr geworden. Die Umgestaltung wurde durch die Fa. Binner am 04.11.2013 mit Entfernen der seitlichen Tafeln mit den Einheiten der Wehrmacht und dem Einsatz von Blindtafeln begonnen und am 20.01.2014 mit dem Entfernen der Schrifttafel zum Gedenken an die Pioniere des Standortes Ingolstadt und dem Einsatz der neuen Tafeln  beendet. Die Kosten der Neugestaltung von 4942,07 EURO wurden zu 90 % von der Stadt Ingolstadt und zu 10 % vom Bund Deutscher Pioniere übernohmen. Das Ehrenmal wurde bei der Gedenkfeier anläßlich der Mitgliederversammlung des Bundes Deutscher Pioniere e.V am 18. Juli 2014 im Beisein des neuen Präsidenten des Bundes Deutscher Pionier e.V., Herrn Generalmajor a.D. Werner Kullack, des 2. Bürgermeisters der Stadt Ingolstadt, Herrn Albert Wittmann , der die Neugestaltung wesentlich befürwortete, des Generals der Pioniere und Kommandeur der Pionierschule, Herrn Brigadegeneral Heiko Krogmann, und des Vorsitzenden der Pionierkameradschaft, Herrn Oberstleutnant a.D. Norbert Scholz, als zentrale Gedenkstätte für die Pioniere der Bundeswehr eingeweiht.

Damit hat das Ehrenmal auch eine weitere zusätzliche Aufwertung erfahren.